Ihr Kind könnte es eigentlich, aber wenn Sie nicht dahinter sind, passiert nicht viel
Sie wissen, dass Ihr Kind es kann, aber Sie haben keine Lust mehr, immer wieder nachzufragen
Wenn Ihr Kind erst einmal angefangen hat, bekommt es die Arbeit meistens hin. Aber bis es so weit ist, müssen Sie nachfragen, es erinnern und oft auch konkret vorgeben, womit es anfangen soll.
Das ist frustrierend, weil Sie sehen, dass Ihr Kind es auch allein könnte.
Sie wollen ihm mehr Verantwortung überlassen. Aber Sie sind nicht sicher, ob überhaupt etwas passiert, wenn Sie sich zurückhalten.
Also spielen Sie wieder Lernpolizei, obwohl Sie genau davon wegkommen wollen.
Im Moment liegt die Verantwortung oft bei Ihnen
Auch wenn Ihr Kind die Hausaufgaben schlussendlich macht, sind Sie es, der dafür sorgen muss, dass etwas passiert. Das ist jeden Tag eine nervige Aufgabe mehr, die Sie im Kopf behalten müssen.
Sie wollen, dass Ihr Kind auch selbst daran denkt und selbstständiger arbeitet. Aber einfach nichts mehr zu sagen ist auch schwer, wenn Sie nicht wissen, ob es diese Verantwortung dann auch tatsächlich übernimmt.
Natürlich wollen Sie auch nicht, dass dieses Schuljahr zur Katastrophe wird.
Also fragen Sie doch wieder nach, wie es mit dem Lernen aussieht.
Warum Ihr Einsatz sogar kontraproduktiv sein könnte
Dass Ihr Kind nicht aktiv Verantwortung übernimmt, muss nichts mit Fleiß oder Motivation zu tun haben.
Solange Sie die Rolle der Lernpolizei übernehmen, muss es ja nicht selbst daran denken.
Für Ihr Kind ist die ganze „Planung“ seiner Anstrengungen dadurch nicht seine Sache, sondern Ihre.
Und jedes Mal, wenn Sie eingreifen, vermittelt ihm das auch ein bisschen das Gefühl, dass Sie ihm nicht zutrauen, das ganz allein zu regeln.
Der Entwicklungspsychologe David Yeager betont, wie wichtig es für Jugendliche ist, respektiert und ernst genommen zu werden.1 Wer sich kontrolliert fühlt, wehrt sich eher, statt Verantwortung zu übernehmen.
So entsteht eine negative Spirale: Weil Sie keinen Einsatz von seiner Seite sehen, erinnern Sie Ihr Kind daran, dass es Zeit ist, aktiv zu werden.
Und gleichzeitig fängt es nicht an, eben gerade weil Sie es ja daran erinnern.
Warum ganz aufzuhören auch keine Lösung ist
„Ja, aber wenn das so ist, dann lasse ich es eben“, denken Sie sich vielleicht.
Leider ist das auch keine ideale Lösung; im Endeffekt hat Ihr Kind einfach noch nicht den Reflex und Rhythmus aufgebaut, um das alles allein anzugehen.
Oft ist es besser, das Ganze Schritt für Schritt anzugehen.
Sonst riskieren Sie, dass das Ergebnis in der nächsten Prüfung zur totalen Katastrophe wird und Sie dann wieder in den alten Modus springen.
Für diese Umstellung ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind direkt in die Diskussion einbinden und auch seine Positionen und Vorschläge ernst nehmen.
Konkret heißt das: Machen Sie zusammen aus, wann Hausaufgaben gemacht werden und wann gelernt wird. Und auch, wie Ihr Kind meint, dass sich das am besten mit seinen Hobbys und Interessen vereinbaren lässt.
Interaktive Lernressourcen können das einfacher machen und Ihnen, aber auch ihm, einen klaren und neutralen Einblick in seine Anstrengungen geben.
Das macht es ihm dann auch leichter, tatsächlich Verantwortung zu übernehmen.
So können Sie sich dann mit ruhigem Gewissen Stück für Stück immer weniger mit diesem Thema beschäftigen.
Auf der nächsten Seite sehen Sie, wie die LuxEdu-App Ihnen helfen kann, diesen Prozess so einfach und stressfrei wie möglich zu machen.
Quellen
- 1.Yeager, Dahl & Dweck, 2018. Forschungsübersicht über Status und Respekt im Jugendalter.